Karl-Heinz Krämer
NCP zwischen Einheit und Machtkampf
Selbstbeschau statt Regierungshandeln?

Ende 2017 sorgte eine diszipliniert durchgezogene Wahlallianz der beiden linken Parteien CPN-UML (Communist Party of Nepal – Unified Marxist-Leninist) und CPN-MC (Communist Party of Nepal – Maoist Centre) für eine grundlegende Veränderung der politischen Machtverhältnisse. Seit 2002, als der inzwischen abgesetzte König Gyanendra putschte, hatte es keine Partei mehr geschafft, eine absolute Mehrheit zu erringen. Selbst die damalige Mehrheit des NC (Nepali Congress) war aufgrund interner Machtkämpfe eher brüchig gewesen. Im Prinzip begann die Phase instabiler Regierungen bereits im November 1994. Was als klassisches Gerangel zwischen linken Parteien erscheinen mag, blockiert jedoch das Regierungshandeln auf allen Ebenen, das viele lokale Bevölkerungsgruppen so dringend bräuchten.

Zum Autor

Karl-Heinz Krämer ist assoziiertes Mitglied am Südasien-Institut der Universität Heidelberg und ist Betreiber der Internetseite nepalresearch.org.