Aditya Bahl
Die neuen Bauernproteste
Von der Zerrissenheit der Klassen und Kasten

Zum ersten Mal in der Geschichte des postkolonialen Indien prägten 2021 gleichzeitig zwei unterschiedliche Paraden die Feierlichkeiten zum Tag der Republik in New Delhi: Im Rashtrapati Bhavan, der Residenz des Präsidenten, bot die Regierung ein öffentliches Spektakel des Hindu-Nationalismus, indem sie Darstellungen neuer Tempel und militärischer Geschütze vorführte und sie als Wahrzeichen der entstehenden „Hindu-Nation“ pries. Zeitgleich protestierten Tausende von Bauern, Bäuerinnen und Landarbeiter(inne)n mit einer „Traktorparade“ in den Außenbezirken der Hauptstadt gegen die neuen Landwirtschaftsgesetze der Regierung. Der Autor erörtert die internen Gegensätze, Chancen und Risiken dieser eindrucksvollen Bewegung.

Zum Autor

Aditya Bahl ist Doktorand an der Johns Hopkins University. Seine Essays über postkoloniale Politik und Kultur sind in Verso, The New Inquiry, Spectre, Trolley Times und anderen Medien erschienen. Er ist auch Autor von vier Gedichtbänden, darunter NAME/AMEN (Timglaset, Malmö, 2019) und Mukt (Organism for Poetic Research, New York, erscheint 2021).

Südasien 2/2021