Frederik Lange
Transitional Justice in Sri Lanka
Ernsthafte Bemühungen um dauerhaften Frieden?

Der über 25 Jahre währende innerstaatliche Konflikt in Sri Lanka hat mit dem Sieg der Regierungstruppen über die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) im Mai 2009 sein offizielles Ende gefunden. Jedoch scheint die Aussicht auf einen dauerhaften Übergang zu Sicherheit und Frieden in Sri Lankas gespaltener Gesellschaft höchst unsicher. Dem von Präsident Rajapakse zelebrierten Sieg über den Terror der LTTE stehen Vorwürfe erheblicher Kriegsverbrechen durch die Armee (SLAF) in der letzten Phase des „Eelam IV“-Krieges (2006-2009) gegenüber. Eine Lessons Learnt and Reconciliation Commission (LLRC), die Aussagen der Zivilbevölkerung über die letzte Phase des Krieges hören soll, sieht sich mit dem Vorwurf einer Image-Kampagne der Rajapakse-Regierung konfrontiert. Gleichzeitig lehnt Sri Lanka die internationale Prüfung von Kriegsverbrechen durch die Vereinten Nationen (UN) ab.

Südasien 4/2010-1/2011