Anna Zimmer
Slums in Indien – Ein Überblick
Die Lebensräume marginalisierter Stadtbewohner schrumpfen weiter

Die Anzahl der Slumbewohner Indiens wächst. Fakten und Zahlen zu Slums sind aber mit Vorsicht zu genießen, und selbst sinkende Zahlen sind nicht immer positiv, da sie von Abriss, Vertreibung und Obdachlosigkeit zeugen können. Die Debatte der „slumfreien Stadt“, die derzeit in indischen Großstädten geführt wird, ist Ausdruck der sinkenden Toleranz städtischer Eliten für Slumgebiete und ihre Bewohner. Vor diesem Hintergrund hat sich der Staat im letzten Jahrzehnt vor allem auf die Vertreibung von Slums konzentriert, während Umsiedlungen nur partiell umgesetzt wurden. Aufwertungen von Slums haben so gut wie gar nicht stattgefunden. Das Leben der Slumbewohner wird daher immer schwieriger.

Zur Autorin
Anna Zimmer ist Dipl.-Geographin und promoviert derzeit an der Universität Bonn zum Thema Abwassergovernance in Delhis informellen Siedlungen. Ihre Promotion wird durch ein Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung gefördert.

Südasien 2/2011