Thoppil Mohammed Meeran
Aisha und Farid
Aus: „Die Geschichte eines Dorfes am Meer“

Die Geschichte eines Dorfes am Meer, zunächst als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift Muslim Murasu („Die muslimische Pauke“) und dann 1988 in Buchform erschienen, war mehr als nur eine weitere Erzählung über den Alltag in einem tamilischen Dorf, wie es sie Ende der 1980er bereits in größerer Zahl gab. Der Roman offenbarte seinen Lesern eine Welt, deren Existenz den meisten von ihnen bisher verborgen geblieben war. Erstmalig erreichte ein muslimischer Autor mit einem Roman über das Leben in einem muslimischen Dorf ein größeres Publikum. Thema von Meerans Prosa ist die muslimische Gesellschaft des Kanniyakumari Distrikts, insbesondere die seines eigenen Heimatortes Tengaipattinams. In den beiden folgenden Textausschnitten geht es um die zarten Bande, die sich zwischen Aisha und ihrem Cousin Farid entwickeln.

Zum Autor
Thoppil Mohammed Meeran (geboren 1944) wuchs in einem Dorf an der südindischen Westküste auf. Er schreibt Romane und Kurzgeschichten in Tamil, das auch seine Muttersprache ist. Der französische Tamilist François Gros hat Meerans Stil nicht von ungefähr mit dem Pudhumaipithans (C. Viruthachalam, 1906-1948), dem „Vater der tamilischen Kurzgeschichte“, verglichen.

Südasien 4/2011