Thomas Döhne
Durchbruch im politischen Machtpoker?
Parteien beschließen die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit

Die nepalische Politik, für viele ein trübes Gewässer aus chaotischem Machtgerangel und Klientelismus, birgt auch für Insider mitunter handfeste Überraschungen und unerwartete Wendungen. Nach vielen Monaten der politischen Stagnation und kleinlichen Parteiengezänks soll nun alles ganz schnell gehen. Ende November haben sich die großen Parteien in einem 6-Punkte Abkommen darauf verständigt, „umgehend“ eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden. Kurz zuvor war das Mandat der Verfassungsgebenden Versammlung (CA) per Parlamentsentscheid um weitere sechs Monate verlängert worden. Die Bildung einer nationalen Konsens-Regierung soll die anhaltende Stagnation beenden und endlich den erhofften Durchbruch beim Abschluss des Friedensprozesses und der Erarbeitung einer neuen Verfassung bringen. Aus Nepal berichtet Thomas Döhne.

Zum Autor
Thomas Döhne, Nepal-Experte, lange Zeit Mitglied im Vorstand des Südasienbüros, arbeitet z.Z. als Berater bei einer regierungsnahen Trainingseinrichtung in Kathmandu.

Südasien 4/2011