Bernard Imhasly
Indiens Salman-Rushdie-Test
Im Januar 2012 verzichtete der Schriftsteller auf eine Teilnahme am Literatur-Festival von Jaipur und reiste nicht in seine Heimat

Indien war das erste Land, das 1988 die ‚Satanischen Verse‘ von Salman Rushdie verbot. Die Fatwa von Ayatollah Khomeini war die (zumindest indirekte) Folge davon. Sie machte den Autor weltweit zum Gejagten, und das Sicherheitsdispositiv dieser „Pestjahre“ schnürte ihn vom gesellschaftlichen Leben ab. Fast ein Vierteljahrhundert später wird Indien ein weiteres Mal auf seine demokratische und säkulare Haltung geprüft – und fällt wieder durch. Salman Rushdies Exil dauert an.

Zum Autor
Der 1946 geborene Walliser Bernard Imhasly lebt in der Nähe von Mumbai. Er studierte Linguistik und Ethnologie. Von 1990–2007 arbei­tete er als Südostasien-Korrespondent für die NZZ.

Südasien 1/2012