Debolina Kundu
Abgeschottet
Besser gestellte Bürger engagieren sich im partizipativen Stadtmanage­ment

Seit einiger Zeit geben Stadtverwaltungen die Verantwortung für grundlegende Dienstleistungen zunehmend an Verbände zur Vertretung von Anwohnerinteressen ab. In Indien heißen sie Resident Welfare Associations, RWAs, und gründen sich zahlreich in Wohngebieten der Mittel- und Oberschicht. Bewohner von Slums und Gebieten mit niedrigem Durchschnittseinkommen verfügen nicht über vergleichbare Instrumente und auch die Bezirkskomitees vertreten deren Anliegen und Bedürfnisse nicht ausreichend. Die RWAs wollen vor allem ihre Wohngebiete vor Eindringlingen schützen. Ihre Aktivitäten könnten das soziale Ungleichgewicht in den Städten noch verschärfen.

Zur Autorin
Debolina Kundu ist Referentin beim National Institute of Urban Affairs, New Delhi.

Südasien 1/2012