Laura Harmsen
Hexen in der Familie
Häusliche Gewalt und die Menschenrechte der Frauen in Nepal

Aberglaube und der Glaube an Hexerei sind in Nepal bis heute unter den Angehörigen aller Religionen verbreitet. Fast monatlich wird in der Presse von brutalen Übergriffen gegen Frauen berichtet, die der Hexerei bezichtigt, verfemt und misshandelt werden. Die Dunkelziffer solcher Vorfälle liegt sicher weit höher. Es handelt sich oft um von der Gemeinschaft marginalisierte, psychisch labile Frauen, auch Witwen, die ihrerseits schutzbedürftig sind. Vor allem in ländlichen Regionen sind Angriffe auf angebliche Hexen noch weit verbreitet. Oft geht das Martyrium dieser Frauen über Monate oder Jahre, manchmal endet es mit dem Tod. Der Vorwurf der Hexerei wird nicht nur bei Krankheitsausbrüchen, Katastrophen oder schlechten Ernten erhoben, sondern auch als Vorwand bei Grundbesitzstreitigkeiten oder Familienfehden. Mitunter werden Frauen der Hexerei bezichtigt, wenn sie Männern sexuell nicht gefügig sind. Laura Harmsen sprach mit der nepalischen Menschenrechtsverteidigerin Shyam Kumari Sah.

Zur Autorin
Laura Harmsen ist 23 Jahre alt, Studentin der Sozialen Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin und engagiert sich ehrenamtlich in der Menschenrechtsorganisation Peace Brigades International.

Südasien 2/2013