Bernard Imhasly
Hochzeitsfieber in Alibagh
Gegen den Willen der Familie

Zu einer Dorf-Hochzeit ist in Indien grundsätzlich immer jedermann eingeladen. Dies macht den Mai nicht nur zum arbeitsfreien Monat, es ist zudem eine Zeit mit vielen Ausgaben und wenigen Einnahmen. Denn neben den Geschenken kommt ein Geldumschlag hinzu. Damit jeder so viel spendet, wie seinem Rang (und seiner Beziehung zur Hochzeitsfamilie) zukommt, werden Betrag und Gebername vor aller Augen aufgezeichnet und an manchen Orten sogar verlesen. Dafür gibt es Tee und kalte Getränke, ein Nachtessen, sowie – in einem schamhaft mit Tüchern abgesonderten Geviert für die Männer – Gebrautes aus dem Hinterhof. Bernard Imhasly über das Heiraten in der Nähe von Mumbai im Mai 2013.

Zum Autor
Der 1946 geborene Walliser Bernard Imhasly arbeitete von 1990 bis 2007 als Südostasien-Korrespondent für die NZZ. Der studierte Linguist und Ethnologe Imhasly lebt seit 1984 in Indien, er ist mit einer Inderin verheiratet. Zurzeit lebt Imhasly in der Nähe von Mumbai.

Südasien 2/2013