Bernd Basting
Im Dorf der Tamang
„Mit der neuen Schule will die Regierung unsere Kinder zu Nepalis machen“

Die Tamang zählen zu den zahlreichen ethnischen Gruppen tibeto-burmanischen Ursprungs in Nepal. Sie sind vor vielen Jahrhunderten von den nordöstlichen Himalayaregionen eingewandert. Ihr Hauptsiedlungsgebiet liegt nördlich und nord-östlich des Kathmandutals, ihr Bevölkerungsanteil wird auf sechs Prozent der Gesamtbevölkerung, also ca. 1,5 Millionen Menschen geschätzt. Der Name Tamang bedeutet auf Tibetisch „Pferdehändler“. Die Tamang praktizieren eine Form des tibetischen Buddhismus. Bis zur Vereinigung beziehungsweise Eroberung des Landes durch den Gurkha König Prithvi Narayan Shah lebten sie autonom auf eigenem Territorium. Seither wurden die Tamang unter das Joch des Kastensystems gespannt, ihres Landes und ihrer Kultur beraubt, was sozio-kulturelle Benachteiligung und Verarmung nach sich zog. Der Autor hat ein Tamang-Dorf besucht.

Zum Autor
Bernd Basting ist Indologe und Vorstandsmitglied des Bonner Südasienbüros.

Südasien 2/2013