Heinz Werner Wessler
Indien und Deutschland
Eine Zwischenbilanz vor den Wahlen in beiden Ländern

Endspurt im deutschen Bundestagswahlkampf: Abertausende von Riesenplakatwänden, Hunderttausende von Plakaten und Millionen Flyer sollen Stimmung machen und noch schwankende Wähler auf die jeweilige Seite herüberziehen. Wieweit dieser Mitteleinsatz wirklich zur Mobilisierung der Wähler beiträgt, ist selbst in der Forschung umstritten. Doch trotz fortschreitender Digitalisierung setzen die Wahlkämpfer nach wie vor auf das gute alte bedruckte Papier – ganz wie in Südasien. Wer schon einmal in Wahlkampfzeiten in einem südasiatischen Land war, dem kommt die Allgegenwart der politischen Plakate in Deutschland allerdings noch vergleichsweise harmlos vor. Im laufenden Jahr wurden in Südasien in Pakistan und in Bhutan nationale Parlamente neu gewählt, im November soll Nepal folgen. Spätestens im Mai 2014 steht dann in Indien der nächste große Urnengang an – der größte Urnengang der demokratischen Welt überhaupt und eine logistische Mega-Herausforderung der Extraklasse. Manche Beobachter rechnen aber angesichts der Wirtschaftskrise in Indien und ganz Südasien mit vorgezogenen Wahlen. Trotz Krise blüht die Demokratie in Südasien.

Zum Autor
Heinz Werner Wessler war jahrelang verantwortlicher Redakteur von „Südasien“ und ist als Gastprofessor für Indologie an der Universität Uppsala (Schweden) tätig.

Südasien 3/2013