Michael Reckordt
„Das Leben ist riskant!“
Über eine Rohstoffpartnerschaft zwischen Deutschland und Afghanistan

Die Ankündigung kam für viele überraschend: Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel äußerte in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 29. Juni 2013 das Interesse an einer Rohstoffpartnerschaft zwischen Deutschland und Afghanistan. „Insbesondere im Rohstoffsektor liegen enorme Chancen. Es gibt unterschiedlichste Stoffe, wie etwa Lithium und Seltene Erden, die für einen Industriestandort wie Deutschland relevant sind“, so der Minister, um dann zu ergänzen: „Voraussetzung ist allerdings, dass das afghanische Parlament ein Rohstoffgesetz verabschiedet. Wir versuchen, das zu beschleunigen“. Seit Jahren wird Afghanistan immer wieder mit Rohstoffreichtum in Verbindung gebracht. Ein internes Papier des Pentagon soll Afghanistan als „das Saudi-Arabien für Lithium“ tituliert haben, meldete die New York Times schon am 13. Juni 2010. Diese Nachricht folgte ein halbes Jahr nach der Ankündigung der Regierung Boliviens, mit Hilfe des Abbaus der eigenen Lithiumvorräte und der Weiterverarbeitung eine heimische Industrie aufbauen zu wollen. Lithium gilt aufgrund seines geringen Gewichts bei gleichzeitig hoher Energiedichte als eine zentrale Ressource der Zukunft. Dem Leichtmetall wird eine hohe Bedeutung für Hochleistungsenergiespeicher und somit für Batterien in der Elektromobilität zugesprochen.

Zum Autor
Michael Reckordt arbeitet als Koordinator des AK Rohstoffe bei PowerShift e.V. zur deutschen Rohstoffpolitik. Der Verein ist Mitveranstalter der „Alternativen Rohstoffwoche“.

Südasien 3/2013