Fabian Falter
Die glücklichste Demokratie der Welt?
Bhutans Wähler strafen Regierung ab

Das circa 740.000 Einwohner umfassende Bhutan gibt sich gerne als das glücklichste Land der Welt. Zu diesem Zweck misst es jährlich seine Gross National Happiness (Bruttoglücksprodukt, GNH). Damit hat sich das Land im Himalaya das Image eines exotischen und zugleich weltoffenen Zwergstaates erarbeitet, der es irgendwie geschafft hat, seine Natürlichkeit vor den Schrecken der globalisierten Moderne zu bewahren. Und schon gibt es Nachahmer, die Bhutans Sonderweg auf dem Weg in die kapitalistische Moderne bewundern. Die Regierung von Laos ist beispielsweise überzeugt davon, eine besonders glückliche Bevölkerung zu regieren und gibt Bhutan als Vorbild an. Im „Westen“ stoßen die staatlichen Glücksmessungen immer wieder auf ein verwundertes Wohlwollen. Andererseits weiß man, dass das Glück und die Zufriedenheit des Individuums nur im eigenen demokratischen System die Richtschnur sind. Nun gelten die Demokratische Volksrepublik Laos und das Königreich Bhutan nicht unbedingt als Vorzeigedemokratien, doch in Bhutan hat man 2008 vorgesorgt für den Fall, dass es mal einen weniger fähigen Monarchen als momentan geben könnte. Und der derzeitige König steht sogar dahinter, während der im Land immer noch feudal herrschende Hochadel diese Entwicklung eher mit gemischten Gefühlen betrachtet.

Zum Autor
Fabian Falter steht kurz vor seinem Master-Abschluss in “Geschichte und Kultur West- und Südasiens“ an der Universität Bonn.

Südasien 3/2013