Ujjaini Halim
Viel versprochen, wenig gehalten
Eine erste Bilanz der AITMC-Regierung unter Mamata Banerjee in Westbengalen

„Wandel“ (auf Bengali: poriborton) war das magische Wort vor den Landtagswahlen in Westbengalen im Jahre 2011. Die regierende Linkskoalition, die in dem Bundesstaat 34 Jahre lang in Folge an der Macht gewesen war, schien den Kontakt zur Bevölkerung verloren zu haben und beging einen Fehler nach dem anderen. Der wichtigste war die Zwangskonfiszierung von Agrarland im Namen der „Speziellen Ökonomischen Zonen“, die angeblich im Interesse der Entwicklung des Bundesstaates vorgenommen wurde. Das führte zu breitem Widerstand der Zivilgesellschaft. Die bittere Ironie für die regierende Linke lag darin, dass die Frage nach dem Eigentum des Landes entscheidend dafür gewesen war, dass sie in den 1970er Jahren an die Macht gekommen war. Unter umgekehrten Vorzeichen war die Landfrage der Hauptgrund dafür, dass die Linksparteien 2011 die Wahlen verloren.

Zur Autorin
Ujjaini Halim ist in Kolkata aufgewachsen und hat am Heidelberger Südasien-Institut promoviert. Sie arbeitet für die indische Entwicklungsorganisation Action Aid.

Südasien 3/2013