Sabine Pabst
Wird das Menschenrecht auf Nahrung in Indien Realität?
Indiens Gesetz zur Ernährungssicherung

Indien beeindruckt seit 1997 mit einem kontinuierlichen Wirtschaftswachstum von teilweise weit über sieben Prozent. Gleichzeitig lebt nach wie vor ein großer Teil der indischen Bevölkerung in Armut. Die Hälfte aller Kinder in Indien ist unterernährt, mehr als die Hälfte aller Frauen leiden an Blutarmut. Dabei verrotten aufgrund schlechter Lagerbedingungen große Mengen an Getreidevorräten. Schließlich werden viele Millionen Tonnen Getreide trotz Armut im eigenen Land exportiert. Auf immer mehr landwirtschaftlichen Flächen werden Cash Crops angebaut, gleichzeitig verlieren viele Kleinbauern und –bäuerinnen, vor allem Adivasis, Zugang zu Land und zu anderen natürlichen produktiven Ressourcen wie zu Wald und Gewässern. In dieser Situation wurde am 5. Juli 2013 eine neue Rechtsverordnung zur Ernährungssicherung1 von der indischen Regierung verabschiedet. Grundlage derselben ist der Entwurf zum nationalen Ernährungssicherungsgesetz (National Food Security Act), welcher am 2. Mai im Parlament eingebracht worden war, allerdings nicht diskutiert und abgestimmt werden konnte. Mit der Rechtsverordnung wird das genannte Gesetz nun bis zur nächsten parlamentarischen Sitzung vorläufig in Kraft gesetzt, dann muss es vom Parlament ratifiziert werden.

Zur Autorin
Sabine Pabst ist Referentin von FIAN Deutschland.

Südasien 3/2013