Ravindra Kaliya
Akahani

Sie waren glücklich, dass sie nach so langer Zeit endlich nochmal abends ausgehen konnten und jeder ein paar Rupien in der Tasche hatte. Beide trugen weiße Hosen, deren Taschen schon ganz schmutzig geworden waren, weil sie immer wieder daran herumfummelten.

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Zum Autor
Neben Ganga Prasad Vimal gehört Ravindra Kaliya (geboren 1938) zu den wichtigen Erzählern und Initiatoren der Akahani-Bewegung in der Hindi-Literatur. Ravindra Kaliya schreibt nicht nur Kurzgeschichten, sondern auch Romane, Memoiren und Satiren. Die Kurzgeschichte unter dem Titel Akahani, die die Bewegung zugleich initiierte, wurde 1964 publiziert. Damals lebt Kaliya als arbeitsloser Junggeselle in Karol Bagh, Neu Delhi. Laut Kaliya spiegelt die Kurzgeschichte Akahani das Leben der jungen Männer in seinem Stadtteil wieder. Während der sechziger Jahre stellte die Akahani-Bewegung einen Versuch des Widerstands gegen die gängige literarische Taxonomie der Hindi-Literatur dar und reklamierte für sich einen Platz außerhalb der etablierten Literaturkritik. Weil die Akahani-Autoren das sexuale Leben thematisierten, wurde ihnen von der etablierten indischen Literaturkritik Abwendung von der Gesellschaft vorgeworfen. Heute lebt Ravindra Kaliya zusammen mit seiner Ehefrau Mamta Kaliya in Neu Delhi und arbeitet für das größte Publikationshaus Indiens, Bharatiya Gyanpith.

Südasien 4/2013