Christina Hallmann
Kabul Art Project
Zeitgenössische Kunst aus Afghanistan

Eine wehende Burka in Großstadtkulisse; sechs Männer, die einen liegenden, nackten Frauenkörper anstarren; Feuerstürme; Skelette; Heftpflaster als Symbole nicht heilender Wunden; ein Vogel, erhängt in seinem Käfig; ein Mädchen in einem Gefängnis aus Eis; die Statue einer Frau am Strick; und Gesichter voller Schmerz, Traurigkeit, Angst und Erschöpfung – aber auch Stärke und Hoffnung; Fantasien, Farbexplosionen und surreale Welten, teilweise erotisch, überraschend freizügig, politisch, kritisch, intim. Geprägt von einem anscheinend endlosen Krieg, ausländischer Besatzung, Unsicherheit, inneren und äußeren Konflikten, einer jahrtausendealten Kultur und der unbeugsamen Stärke der Afghanen, gewährt kaum etwas einen so tiefen Einblick in die Gedanken und Gefühlswelt der jungen Leute in Afghanistan wie die zeitgenössische Kunst. Christina Hallmann berichtet über die Hintergründe und das Kabul Art Project.

Zur Autorin
Die gebürtige Hamburgerin Christina Hallmann lebt und arbeitet als Illustratorin und Tontechnikerin in Köln. Anfang 2013 gründete sie das Kabul Art Project.

Südasien 1/2014