Milena Koch
Devadasis
Vom Tempeltanz zur Prostitution

Devadasis waren einst indische Gottesdienerinnen, die als jungfräuliche Mädchen durch den Wunsch ihrer Eltern einer bestimmten Gottheit geweiht wurden. In den Hindu-Tempeln lebten sie das Leben einer rituellen Dienerin, Tänzerin und Konkubine der Priester sowie der finanziellen Unterstützer des Tempels. Doch im Laufe der Zeit wurde das devadasi-System für die ärmeren Familien zu einer Möglichkeit, die so unerwünschte Tochter loszuwerden und aus der Weihe Profit zu schlagen. Heute sind devadasis Prostituierte, die unter alltäglichen Vergewaltigungen, dem heimlichen Verkauf in städtische Bordelle und einem hohen AIDS-Risiko zu leiden haben.

Zur Autorin
Milena Koch hat einen Abschluss in Kulturwissenschaft. Derzeit studiert sie im Master Ethnologie am Südasien-Institut der Universität Heidelberg.

Südasien 2/2014