Reinhold Schein
Literarische Indienbilder in der deutschen Literatur
Teil 3 – Das frühe 20. Jahrhundert

Während sich literarische Tendenzen des 19. Jahrhunderts auch im frühen 20. Jahrhundert fortsetzen, besonders die Auseinandersetzung mit der Person und Lehre Buddhas, aber auch die poetische Aneignung klassischer Sanskritdichtungen und die Faszination von der Exotik und Erotik Indiens, tritt im Jahrzehnt vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs ein neuer Megatrend hinzu: Deutschsprachige Literaten brechen zu ausgedehnten Bildungsreisen nach Indien auf. Ihre idealisierende Imagination bricht sich an der Wirklichkeit eines verarmten Landes unter Kolonialherrschaft. Die intensive Aus­einandersetzung mit den Reiseerlebnissen findet Niederschlag in Form von Tagebüchern, Reiseberichten, Essays, vor allem aber in einer Vielzahl fiktionaler Texte in allen literarischen Gattungen. Auch in der Trivialliteratur halten nun indische Themen Einzug.

Zum Autor
Reinhold Schein arbeitete in den 1980er und 90er Jahren als DAAD-Lektor für deutsche Sprache und Literatur an der Poona University und der Banaras Hindu University. Die deutsch-indischen Literaturbeziehungen wurden eins seiner Studiengebiete. Nach seiner Rückkehr aus Indien betätigte er sich auch als Übersetzer von Literatur aus und über Indien. Seine Homepage: www.indienbild.de.

Südasien 3-4/2014