Arif Naqvi
Das leere Blatt

Arif, wie unhöflich du bist!“ Meine Mutter schimpfte. Ich achtete nicht darauf. Ich weiß doch, es ist ihre Gewohnheit zu schimpfen, und es ist eine Art, ihre Liebe zu zeigen.


Wenn meine Abreise von Lucknow näher rückt, am letzten Tag, bekomme ich stets solche Schimpferei zu hören. Gleich wird sie sagen: „Dein Blut ist weiß geworden. Dein Herz ist Stein geworden. Du hast kein Gefühl mehr. Nicht einmal an meine Gesundheit denkst du. Monatelang schreibst du mir keinen Brief. Weißt du nicht, unter dem Fuß der Mutter liegt das Paradies.“

[...]

Zum Autor
Arif Naqvi schreibt Kurzgeschichten in Urdu. Er lebt seit vielen Jahrzehnten in Berlin.

Südasien 3-4/2014