Bernhard Hertlein
Gelähmtes Land, gespaltene Medien
Bangladesch: Behörden verbieten Blogs

Demokratie braucht freie Presse. Das gilt umso mehr, wenn es – wie derzeit in Bangladesch – praktisch keine parlamentarische Opposition gibt. Die Wahlen am 5. Januar 2014 sind von der vorher größten Oppositionspartei Bangladesh Nationalist Party (BNP) boykottiert worden. Die fundamentalistische Jamaat-e-Islami durfte aufgrund eines höchstrichterlichen Beschlusses nicht teilnehmen. So ist es kein Wunder, dass die Awami League einen grandiosen Sieg einfuhr. Doch hat sich seitdem die Tendenz der Regierung unter Premierministerin Scheich Hasina Wajed verstärkt, jede, auch die kleinste, Kritik als Angriff auf den Staat zu verstehen. Im Visier neuer Gesetze und Verordnungen sind dabei neben den Nichtregierungsorganisationen vor allem die Journalisten.

Zum Autor
Bernhard Hertlein ist Journalist bei der in Bielefeld erscheinenden Tageszeitung „Westfalen-Blatt“ und ehrenamtlicher Sprecher der Bangladesch-Ländergruppe von Amnesty International.

Südasien 3-4/2014