Felix Eickelbeck
Wilde Hunde und anderes „Ungeziefer“
Die koloniale Kampagne gegen wilde Tiere in Südasien

In der Hochphase des Kolonialismus in Südasien etablierte sich ein System, das die Vernichtung einzelner Tierarten zum Ziel hatte. Es funktionierte, indem Preisgelder für deren Tötung bezahlt wurden. Gejagt wurden Tiger, Elefanten und andere Wildtiere. Angeblich ging es um den Schutz der Menschen und der Nutztiere. Doch es ging auch um die koloniale Idee der „Regulierung“ und Dominanz. Das System ist bis heute wenig im Fokus der Wissenschaft, die sich eher mit der Großwildjagd beschäftigt. Doch hat die systematische Tötung die Reduzierung wichtiger Raubtiere wie des Tigers vorangetrieben und zeigt bis heute negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt.

Zum Autor
Felix Eickelbeck promoviert im Graduiertenprogramm des Clusters Asia and Europe (GPTS) der Universität Heidelberg. Seine Promotion beschäftigt sich mit dem transkulturellen Diskurs über Gewalt gegen „nichtmenschliche Tiere“ (ein Begriff aus dem Speziezismus) im kolonialen Indien.

Südasien 2/2015