Yves Bowie
Vom Tourismus bedroht
Sri Lankas aggressive Tourismuspolitik schadet den einheimischen Fischern

Sri Lanka hat Touristinnen und Touristen als Ferieninsel enorm viel zu bieten und lockte 2014 über 1,5 Millionen Menschen aus aller Welt an. Die steigenden Touristenzahlen leisten einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Die Lokalbevölkerung profitiert jedoch kaum davon, und es kommt aufgrund von Tourismusprojekten zu systematischen Menschenrechtsverletzungen. Es wird Land geraubt, Fischern werden Zugänge zum Meer erschwert oder sogar verwehrt. In den Landraub sind Armee, die Regierung wie auch Investoren verwickelt. Einige Regionen sind besonders betroffen. Im folgenden werden Beispiele geschildert, die insbesondere für den Norden Sri Lankas exemplarisch sind. Die Beispiele folgen dem im Februar 2015 von der GfbV (Gesellschaft für bedrohte Völker) publizierten Bericht „Schatten im Sonnenparadies. Tourismus und Menschenrechte in Sri Lanka“, der Landraub, Vertreibungen und weitere Menschenrechtsverletzungen dokumentiert.

Zum Autor
Yves Bowie studierte Sozialpolitik und Zeitgeschichte und ist Sri Lanka-Referent bei der Gesellschaft für bedrohte Völker Schweiz.

Südasien 3-4/2015