Ranjith Henayaka-Lochbihler
Verantwortung für die Zivilgesellschaft
Anmerkungen zu Entwicklungen in der Sri-Lanka-Diaspora nach dem Ende des Bürgerkrieges

Noch bis zum 8. Januar 2015 glaubte niemand ernsthaft, dass der mächtige Präsident Rajapaksa jemals gestürzt werden könnte. Dass dies dennoch gelungen ist, überraschte alle seiner Gegner im Land und in der Diaspora. Rajapaksas Machtapparat war gigantisch, weitverzweigt und sehr gut etabliert. Seine engsten Vertrauten waren nicht nur korrupt, brutal und rücksichtslos, sie waren in den vergangenen Jahren geradezu selbstherrlich und autoritär geworden und schienen sich niemandem mehr verpflichtet zu fühlen. Wer die Machtfülle Rajapaksas in Frage stellte, wurde von sogenannten „Weißen Kleinbussen“ (white vans) abgeholt und lief Gefahr, für immer zu verschwinden oder tot am Straßenrand gefunden zu werden. Viele mussten, um ihr Leben zu retten, das Land verlassen und sind Teil der weltweiten Sri-Lanka-Diaspora geworden. Heute leben schätzungsweise drei Millionen Sri Lanker außerhalb Sri Lankas. Davon lebt die Hälfte als Arbeitsmigrant(inn)en im Mittleren Osten, ein beträchtlicher Teil als Gastarbeiter/-in in Japan und Südkorea.

Zum Autor
Ranjith Henayaka-Lochbihler lebt seit den 1980er-Jahren in Europa und ist seit einigen Jahren beim INSD e.V. (International Network of Sri Lankan Diaspora) Postfach 040141, 10061 Berlin, www.srilankandiaspora.com, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., aktiv.

Südasien 3-4/2015