Andreas Schüller
Zu weit gegangen
Der schwierige Umgang mit Kriegsverbrechen in Sri Lanka

Der Kampf zwischen Regierungstruppen und der tamilischen LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) endete im Mai 2009 nach heftigen Auseinandersetzungen und rücksichtslosem Vorgehen beider Konfliktparteien mit mehr als 40.000 toten Zivilisten. Eine Aufarbeitung des Konflikts hat in Sri Lanka bislang so gut wie nicht stattgefunden, zumal die dritte Säule der Gewalt, die Judikative, kaum eine Rolle dabei spielt. Dies gilt für Verbrechen der Regierungsseite ebenso wie für die der LTTE. Während es gegen erstere noch nicht einmal ernsthafte Ermittlungen gibt, wurden die Verantwortlichen der LTTE entweder unmittelbar nach ihrer Festnahme hingerichtet, ohne Gerichtsverfahren jahrelang inhaftiert oder man ließ sie verschwinden.

Zum Autor
Andreas Schüller leitet den Programmbereich Völkerstraftaten und rechtliche Verantwortung beim ECCHR (European Center for Constitutional and Human Rights) in Berlin. Das ECCHR setzt sich seit 2010 für eine weltweite Verfolgung von Völkerstraftaten in Sri Lanka ein, www.ecchr.eu.

Südasien 3-4/2015