Ingrid Ostermann
Befreiung von politisch Verfolgten
Von der Schwierigkeit, bei der Advocacy-Arbeit den „richtigen“ (oder gar effektiven) Weg zu finden

Nach zwei Tagen waren sie wieder frei, die beiden Menschenrechtsaktivisten, die bei Recherchen im Norden Sri Lankas zu einem Fall willkürlicher Verhaftung (von Jeyakumari Balendra und ihre 13 Jahre alte Tochter Vidushika) festgenommen worden waren. Sie wurden selbst zu einem solchen Fall, wenngleich die staatliche Seite wohl nicht damit gerechnet hatte, dass die Verhaftung von Ruki Fernando und Pfarrer Praveen Mahesan im März 2014 eine Welle von internationalen Protesten auslösen würde. Möglich wurde dies durch den Bekanntheitsgrad der Betroffenen und ihre gute Vernetzung mit internationalen Netzwerken. Das war der Idealfall und mit großer Erleichterung kam nach der Freilassung die Bestätigung: Ja, internationale Lobby- und Advocacy-Arbeit ist wirkungsvoll und macht Sinn!

Zur Autorin
Ingrid Ostermann war über zwei Jahrzehnte Projektreferentin für Sri Lanka bei „Brot für die Welt“, initiierte mehrere Konferenzen und Workshops zur politischen Lage im Land und befindet sich inzwischen im (Un-) Ruhestand.
www.lanka-advocacy.org

Südasien 3-4/2015