Mohammad Mustakimur Rahman
Säureattacken entstellen Frauengesichter
Unwirksame Strafverfolgung

Säureattacken kommen in Bangladesch häufig vor und sind Teil der alltäglichen Gewalt gegen Frauen in fast allen Regionen des Landes. Um dieses Übel auszurotten, schufen die Gesetzgeber 2002 zwei neue Gesetze: eines zur Bekämpfung von Säureübergriffen selbst sowie eines zu deren Strafverfolgung. Zwar hat die Anzahl der Säureattacken seither jedes Jahr abgenommen, zugleich stellt sich jedoch angesichts der wenigen strafrechtlichen Verurteilungen die Frage, ob den Opfern tatsächlich Gerechtigkeit widerfährt. Denn das Rechtssystem versagt nicht nur darin, alle Säureattentäter zu verfolgen und zu bestrafen, vielmehr steht es auch den Forderungen nach Entschädigungsleistungen bisher hilflos gegenüber. Korruption, beschränkte Handlungsmöglichkeiten der Opfer, ihre Armut und fehlende Rechtskenntnisse schaffen weitere Hürden und erleichtern es den Tätern, der Strafverfolgung zu entgehen. Unser Autor fragt: Waren die 2002 verabschiedeten Gesetze seither wenigstens hilfreich bei der gerichtlichen Verfolgung von Säureattentaten? Reichen sie aus, um die Anzahl dieser abscheulichen Verbrechen nachhaltig zu verringern und Rechtssicherheit zu gewährleisten?

Zum Autor:

Mohammad Mustakimur Rahman ist wissenschaftlicher Assistent am Bangladesh Institute of Law and International Affairs (BILIA). Er absolvierte sein Studium an der Nottingham Trent University in England und verfügt über einen Bachelor- sowie einen Masterabschluss in Public International Law. E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

 

Südasien 1/2016