Gisela Burckhardt
Arbeitsbedingungen von Frauen in globalen Zulieferketten
Ein Blick hinter die Kulissen von Bangladeschs Bekleidungsindustrie

Ein Ansatz, um die eigene Unternehmensverantwortung in der globalen Zulieferkette wahrzunehmen, besteht für die meisten Unternehmen darin, Fabrikkontrollen (Sozialaudits) durchzuführen. Dies ergab auch eine Studie von Gallard aus dem Jahr 2010, in der 15 US-Unternehmen bezüglich der Einhaltung von Sozialstandards untersucht wurden. Nur zwei von ihnen führten über die nutzung von Audits hinaus auch Beratungen und Schulungen bei ihren Zulieferern durch. Audits werden seit nunmehr über 15 Jahren eingesetzt, ohne dass sich die Arbeitssituation in den Fabriken in wichtigen Bereichen (Löhne, Überstunden, Diskriminierung, Organisationsfreiheit) wesentlich verbessert hätte (Barrientos und Smith 2006).  Die Arbeitsbedingungen von Millionen von Frauen – sie stellen 70 bis 90 Prozent der Beschäftigten – wird deshalb im Folgenden exemplarisch am Beispiel der Bekleidungsindustrie dargestellt.


Zur Autorin:

Giesela Burckhardt ist Vorstandsvorsitzende von FEMNET (www.femnet-ev.de) und war viele Jahre im Auslandseinsatz in Nicaragua, Pakistan und Äthiopien, unter anderem für das Entwicklungsprogramm der UNO (UNDP) und für die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Seit fast 15 Jahren setzt sie sich im Rahmen der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC – Clean Clothes Campaign, www. saubere-kleidung.de) für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie weltweit ein.

Südasien 1/2016