Lubna Hawwa
Schweigen erlaubt Missbrauch?
Der patriarchalische Diskurs auf den Malediven und seine Auswirkungen auf den Umgang mit Gewalt an Frauen

Im Dezember letzten Jahres erlag eine 35-jährige maledivische Frau den schweren Verletzungen, die ihr angeblich von ihrem Ehemann zugefügt wurden. Der Ehemann befindet sich nun in Polizeigewahrsam, während die Ermittlungen laufen. Der Tod der Frau führte zu emotional aufgeladenen Debatten in den Medien und Social Media-Kanälen. Dabei geht es vor allem um die Frage, wer für den Tod der Frau verantwortlich ist. Zwei Meinungen kursieren derzeit: Die einen sagen, dass die Regierung – in erster Linie das Ministry of Gender and Family Protection Authority (FPA) – versagt habe, Frauen vor häuslicher Gewalt zu schützen. Die anderen sagen, die Frau habe selbst ihren Tod zu verantworten, da sie über die jahrelangen Demütigungen geschwiegen und es versäumt habe, früher Schutz zu suchen.

Zur Autorin:

Lubna Hawwa absolviert derzeit ihren MSc in Disaster Risk Management and Climate Change Adaption an der schwedischen Lund University. Zuvor war sie als Journalistin bei der Zeitung Minivan News und als Frauenrechtsaktivistin auf den Malediven aktiv.

Südasien 1/2016