Miriam Wenner
Der Niedergang der „Gorkhaland“-Bewegung
Dezentralisierung und Korruption in Darjeeling

Die Stärkung sozialer Bewegungen und Dezentralisierung werden oftmals als Wege zu weniger Korruption und mehr politischer Mitbestimmung gesehen. Das Beispiel von Darjeeling, einem Distrikt im Norden Westbengalens, zeigt jedoch das Gegenteil. Hier verhindern seit fast drei Dekaden regionale Parteien die Verbesserungen des demokratischen Klimas. Sie treten als Bewegungen für Autonomie in Form eines neuen Teilstaats innerhalb der Indischen Union unter dem Namen „Gorkhaland“ auf. Aufgrund ihrer Kontrolle der autonomen Councils, durch Repression und mit staatlich sanktionierter Patronage verkrustet ein System, das die Mitbestimmung der Massen unterminiert.

Zur Autorin

Miriam Wenner hat zwischen 2010 und 2015 für ihre Doktorarbeit zur Gorkhaland-Bewegung in Darjeeling geforscht und besucht die Region weiterhin regelmäßig. Zur Zeit arbeitet sie als Post-Doktorandin am Geographischen Institut der Universität Zürich.

Südasien 2/2016